Mittelerde

 

The Path to Middle Earth

Mythologie und Mittelerde – Wie entstand Tolkiens Welt?


„Fantasy remains a human right: we make in our measure and in our derivative mode, because we were made; and not only made, but made in the image and likeness of the maker.“
( J.R.R. Tolkien, ‘Tree and Leaf‘ )

 

Der Mythos Tolkien: britischer Schriftsteller und Philologe, Erfinder der fantastischen Mythenwelt Mittelerde in seinem Erstlingswerk ‚Der kleine Hobbit‘ und Begründer des modernen Fantasy-Genres. Noch während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er an der Trilogie Der Herr der Ringe‘ und obwohl er seine märchenhaften Erzählungen nie als Allegorie auf aktuelle politische Geschehnisse verstand, spiegeln sich diese doch in den Herrschaftsformen und Ideologien seines Werks wider. Dennoch empfand sich Tolkien als kreativer Schöpfer, dessen Handlungsstränge eher aus spontanen Eingebungen inspiriert wurden als durch kühle Planung und Verfremdung der Realität. So war das erste, was J.R.R. Tolkien über Mittelerde wusste, Namen. Aus diesen entwickelten sich wie von selbst immer detailliertere Charakterzüge, Vergangenheiten und schließlich Geschichten. Dabei entwarf er in ‚Der Herr der Ringe‘ nach und nach neue Rassen mit immer mehr Traditionen, Kalendern und eigenen Sprachen.

Ein kosmogonischer Schöpfungsmythos selbst wird von Tolkien in ‚Silmarillion‘ skizziert, wonach Ilúvatar, der Eine, die Geistwesen Ainur hervorbringt, die eine endlose, harmonische Melodie nach seinen Vorgaben spielen – die Ainulindale. Die Vision einer Welt manifestiert sich so vor den Augen der Ainur, die sich aus einer Harmonie von Tönen zusammensetzt, deren musikalisch-mathematische Zahlenordnungen eine verborgene Gesetzmäßigkeit hinter dieser Schöpfung vermuten lassen. Während der Ainur Eru die Welt letztlich in die Wirklichkeit holt und einige andere ihm folgen, um als Valar, die Hüter der Ordnung, die Ea weiter zu formen, stellt sich Melkor, das mächtigste Geistwesen, gegen seinen Gott und muss als gefallener Engel sein Dasein auf der Erde fristen, in die er das Böse trägt.

Neben den Geistwesen erschuf Ilúvatar jedoch auch noch die Erstgeborenen, die sich Elben nennen. Er band sie an die Kreise der Welt und so müssen sich diese auf die Suche nach Aman, den ‚Unsterblichen Landen‘ begeben; im Gegenzug genießen sie das Privileg der Unsterblichkeit. Sterben Elben dennoch, so warten sie in Mandos’ Hallen auf die Ankunft des Einen.

Den Legenden der Elben zufolge waren die Zwerge das zweite Volk, das geschaffen wurde. Die Ainur, die schlechte Zeiten anbrechen sahen, kreierten ein starkes und zähes Volk, das sich anders als jene feingeistigen künstlerischen Wesen auch auf Kriegskunst versteht. Das Geistwesen Aule nahm sich dieser Aufgabe an und erschuf die sieben Väter der Zwerge, welche jeweils paarweise in verschiedenen unterirdischen Regionen Mittelerdes verteilt wurden. Entsprechend gibt es sieben Zwergenstämme, die ihre Wurzeln auf einen der Ältesten zurückführen und von welchem sie glauben, dass er mehrfach in ihrer Stammesgeschichte wiedergeboren wurde. Sowohl Elben als auch Zwerge verbindet, dass sie darauf hoffen, nach ihrem Tod in die Hallen Mandos‘ einzukehren.

Alle Völker schliefen, nachdem sie entstanden. Die Elben erwachten zuerst, es folgten die Zwerge und zuletzt die Zweitgeborenen, die Menschen. Nach deren Erwachen begannen die Zwerge Kontakt mit den Menschen aufzunehmen, weshalb selbst ihre Sprachen geringe Übereinstimmungen aufweisen. Doch das friedliche Miteinander konnte nicht lange anhalten, denn bereits im Zweiten Zeitalter entsendet der gefallene Engel Melkor seinen stärksten Diener: Sauron. Auf Zuspruch Saurons fertigt Celebrimbor, der Anführer der Elben, die magischen Ringe der Macht an. In der Zwischenzeit kann Sauron heimlich in Mordor seinen eigenen, den Einen Ring, schmieden, mit dem er die Kontrolle über alle anderen Ringe erhält. Den Verrat schließlich erahnend stellen sich die Elben gegen Sauron, doch nur Gil-galad, Elrond und Galadriel können ihm standhalten und ihre Ringe verbergen. In einem ‚Letzten Bund‘ kämpfen schließlich Elben und Menschen Seite an Seite gegen Sauron, der besiegt wird. Doch der siegreiche Menschenkönig Isildur weigert sich nach diesem ersten Ringkrieg, den Einen Ring im Schicksalsberg zu vernichten, da er unter dessen Einfluss steht. Schließlich gelangt der Ring in die Hände des Hobbits Sméagol, der diesen an Bilbo Beutlin verliert ( ‚Der kleine Hobbit‘ ). Währenddessen zieht sich eine unbekannte böse Macht im Süden des Großen Grünwalds zusammen; Sauron gewinnt an neuer Kraft. Mit dem Ringkrieg, einem bewaffneten Konflikt Saurons und seiner Schergen gegen alle Freien Völker Mittelerdes, wird schließlich das Dritte Zeitalter eingeläutet, von welchem Tolkiens Meisterwerk Der Herr der Ringe handelt.

 

PS: Das Neueste zum Hobbit-Film findest Du übrigens hier: Hobbit-News

Ein Kommentar

  1. Astrid Arwèn sagt:

    Ist das Bild vom Durchgang zu Mittelerde echt? Sieht auf jeden Fall total nach einem Durchschlupf ins Auenland aus…. Da kann man richtig ins träumen geraten.